Was steht im Angebot einer Eventlocation?
Ein Angebot für einen Saal nennt selten nur eine Zahl. Bis zu acht Posten stehen nebeneinander, und erst zusammen ergeben sie den Betrag, den Sie überweisen. Wer zwei Angebote vergleicht, muss wissen, welche Posten schon in der Summe stecken.
Vier dieser Posten haben eine belegte Zahl. Auf Essen liegen 7 Prozent Steuer, auf Getränke 19 Prozent. Servicekräfte verdienen mindestens 13,90 Euro brutto je Stunde. Die Musikgebühr beginnt bei 30,40 Euro je Veranstaltung, und in Kiel kostet die vorübergehende Erlaubnis zum Alkoholausschank mindestens 50 Euro. Alle anderen Preise verhandelt jedes Haus für sich.
| Posten | Was dahintersteckt | Frage an das Haus | Was belegt ist |
|---|---|---|---|
| Raummiete | Der Saal für einen festen Zeitraum | Zählt die Zeit ab Aufbau oder ab Feierbeginn? | Keine veröffentlichte Preisliste |
| Mindestumsatz statt Miete | Der Saal ist mietfrei, dafür zahlen Sie garantiert einen Mindestbetrag für Essen und Getränke | Was zählt darauf, auch die Technik? | Keine veröffentlichte Preisliste |
| Essen und Getränke | Menü je Gast, Getränkepauschale oder Abrechnung nach Verbrauch | Pauschal oder nach Verbrauch? | 7 Prozent Steuer auf Essen, 19 Prozent auf Getränke |
| Technik | Ton, Licht, Beamer, Leinwand und Betreuung | Ist eine Person zur Bedienung dabei? | Keine veröffentlichte Preisliste |
| Personal | Service, Küche, Einlass, Garderobe und Reinigung | Wie viele Stunden je Person rechnet das Haus? | Mindestlohn 13,90 Euro je Stunde seit 1. Januar 2026 |
| Musikgebühr | Vergütung an die GEMA, nach Raumgröße gestaffelt | Meldet das Haus die Musik an oder Sie? | Ab 30,40 Euro ohne Steuer je Veranstaltung |
| Erlaubnis zum Alkoholausschank | Vorübergehende Erlaubnis der Stadt, falls das Haus keine dauerhafte hat | Hat das Haus eine dauerhafte Erlaubnis für den Raum? | In Kiel mindestens 50 Euro Gebühr |
| Korkgeld und Tellergeld | Aufschlag für mitgebrachte Getränke (Korkgeld) oder mitgebrachtes Essen (Tellergeld) | Ist Mitbringen erlaubt, und wie wird der Aufschlag berechnet? | Keine veröffentlichte Preisliste |
Gibt es einen Durchschnittspreis für Eventlocations?
Nein. Für Saalmiete, Menüpreise, Korkgeld und Tellergeld gibt es in Deutschland weder eine Preisliste noch eine veröffentlichte Erhebung. Keine Behörde legt fest, was ein Saal kostet, und niemand misst regelmäßig, was die Häuser verlangen. Jedes Haus kalkuliert selbst und verhandelt mit Ihnen. Eine Zahl für die Saalmiete nennen wir deshalb nicht.
Das Statistische Bundesamt misst nur, wie sich Preise verändern, nicht wie hoch sie sind. Im August 2026 lagen die Preise in Gaststätten und Restaurants um 3,1 Prozent über dem Vorjahresmonat, die Preise insgesamt um 2,9 Prozent. Das gilt, obwohl der Steuersatz auf Essen seit dem 1. Januar 2026 von 19 auf 7 Prozent gesenkt wurde. Ein Angebot aus dem Vorjahr taugt deshalb nicht mehr als Maßstab.
Belastbar ist deshalb nur ein schriftliches Angebot für Ihren Termin, Ihren Wochentag und Ihre Gästezahl. Holen Sie drei Angebote mit derselben Beschreibung ein. Die Spanne zwischen diesen dreien ist Ihr Preisbild.
Was kostet die GEMA-Gebühr für Ihre Feier?
Läuft auf Ihrer Feier Musik und gilt die Feier als öffentlich, wird eine Gebühr an die GEMA fällig. Die GEMA zieht das Geld für Komponisten und Textdichter ein. Öffentlich ist eine Feier schon dann, wenn Mitarbeitende oder Vereinsmitglieder kommen.
Für Musik vom Laptop oder von der CD rechnet die GEMA je Veranstaltung und nach der Größe des Raumes. Der Mindestbetrag beginnt bei 30,40 Euro für einen Raum bis 100 Quadratmeter und steigt auf 152,00 Euro für einen Raum bis 500 Quadratmeter, jeweils ohne Steuer. Für 200 Quadratmeter sind es 60,80 Euro, für 300 Quadratmeter 91,20 Euro.
| Größe des Raumes | Mindestbetrag | Zuschlag je weitere 0,85 Euro Eintrittspreis |
|---|---|---|
| bis 100 Quadratmeter | 30,40 Euro | 8,70 Euro |
| bis 200 Quadratmeter | 60,80 Euro | 17,40 Euro |
| bis 300 Quadratmeter | 91,20 Euro | 26,10 Euro |
| bis 400 Quadratmeter | 121,60 Euro | 34,80 Euro |
| bis 500 Quadratmeter | 152,00 Euro | 43,50 Euro |
| je weitere 100 Quadratmeter | 30,40 Euro | 8,70 Euro |
Die Sätze gelten für Musik bis zu 8 Stunden. Danach kommen je weitere 2 Stunden 25 Prozent des Grundbetrags dazu, und Pausen über 15 Minuten zählen nicht mit. In einem Saal mit 250 Quadratmetern läuft von 19 bis 3 Uhr Musik. Das sind genau 8 Stunden, also 91,20 Euro.
Laden Sie Gäste zur Firmenfeier ein und verlangen keinen Eintritt, teilt die GEMA Ihre Kosten für DJ, Band und Technik durch die Gästezahl und rechnet damit den Tarif aus. Dann kann der Betrag über dem Mindestbetrag liegen.
Läuft Musik ohne vorherige Anmeldung, verlangt die GEMA in der Regel 100 Prozent Zuschlag. Aus 91,20 Euro werden dann 182,40 Euro ohne Steuer. Anmelden muss zuerst, wer die Feier organisiert und bezahlt, also meist Sie. Mithaften kann aber auch das Haus, weil es den Raum stellt. Klären Sie deshalb vor der Unterschrift, wer die Musik anmeldet.
7 Prozent Steuer auf Essen, 19 Prozent auf Getränke
Auf der Schlussrechnung einer Eventlocation stehen oft mehrere Steuersätze nebeneinander. Das ist kein Fehler des Hauses. Seit dem 1. Januar 2026 gelten dauerhaft 7 Prozent auf Essen und 19 Prozent auf Getränke, denn das Gesetz nimmt Getränke von der Ermäßigung ausdrücklich aus. Eine Getränkepauschale wird deshalb anders besteuert als ein Menüpreis, auch wenn beide je Gast abgerechnet werden.
Die reine Saalmiete ist in der Regel steuerfrei, weil das Gesetz die Vermietung von Grundstücken befreit. Ausgenommen sind Maschinen und Anlagen, die zum Betrieb gehören. Ob eine Ton- oder Lichtanlage dazuzählt, klärt das Haus im Einzelfall. Auf die Musikgebühr der GEMA kommen 7 Prozent Steuer. Für Technik, Personal, Reinigung, Korkgeld und Tellergeld steht meist der Regelsatz von 19 Prozent auf der Rechnung.
Achten Sie darauf, ob ein Angebot mit oder ohne Steuer rechnet. Sonst vergleichen Sie zwei Zahlen, die um bis zu 19 Prozent auseinanderliegen. Privatleute können die Steuer nicht zurückholen, für sie zählt der Preis mit Steuer. Firmen mit Vorsteuerabzug holen sich die Steuer auf Essen, Getränke und Technik dagegen in der Regel vom Finanzamt zurück und vergleichen die Beträge ohne Steuer. Was für Ihren Betrieb gilt, sagt Ihnen Ihre Steuerberatung.
Wann ist ein Mindestumsatz günstiger als die Miete?
Ein Haus kann auf zwei Arten rechnen. Entweder Sie zahlen eine feste Raummiete und rechnen Essen und Getränke nach Verbrauch ab. Oder der Saal ist mietfrei, und Sie sichern dafür einen Mindestumsatz zu. Das ist ein Betrag, den Sie an Essen und Getränken auf jeden Fall bezahlen, auch wenn Ihre Gäste weniger verzehren.
Für das Haus ist das eine Absicherung: Es vermietet den Saal ohne Miete und will trotzdem sicher etwas verdienen. Der Mindestumsatz ist keine Anzahlung, die später verrechnet wird, und keine Kaution, die Sie zurückbekommen. Bleiben Ihre Gäste darunter, zahlen Sie den Rest trotzdem. Das Modell lohnt sich, wenn Sie sicher viel verzehren, und wird teuer, wenn die Gästezahl schwankt oder die Feier früh endet.
Steht Ihre Gästezahl schon ziemlich sicher fest?
Liegt Ihr erwarteter Verzehr über dem geforderten Mindestumsatz?
Nehmen Sie den Mindestumsatz. Sie erreichen ihn ohnehin, und die Miete entfällt.
Nehmen Sie die Miete. Beim Mindestumsatz zahlten Sie die Differenz ohne Gegenwert.
Dürfen Sie die Gästezahl vor dem Termin nach unten korrigieren?
Der Mindestumsatz ist vertretbar, wenn er mit der Gästezahl sinkt. Lassen Sie die Frist im Vertrag festhalten.
Nehmen Sie die Miete. Ein starrer Mindestumsatz legt das ganze Risiko auf Sie.
Wie vergleichen Sie Angebote für eine Eventlocation?
Die Reihenfolge entscheidet mit. Wer zuerst nach dem Preis fragt, bekommt Zahlen, die sich nicht vergleichen lassen. Wer zuerst beschreibt, was er braucht, bekommt Angebote auf derselben Grundlage.
- Schreiben Sie Ihre Eckdaten auf: Datum, Uhrzeit von Aufbau bis Ende, Gästezahl, Bestuhlung, Musik und Alkohol.
- Schicken Sie allen Häusern dieselbe Beschreibung. Nur dann sind die Antworten vergleichbar, und Sie merken sofort, wer etwas weglässt.
- Verlangen Sie ein Angebot, das Miete, Essen und Getränke, Technik, Personal, Musik, Alkoholerlaubnis und Korkgeld einzeln aufführt, je Posten mit Menge, Einzelpreis und Steuersatz.
- Prüfen Sie, ab wann die gebuchte Zeit läuft. Aufbau, Dekoration und Abbau am Folgetag können ein versteckter Kostenblock sein.
- Fragen Sie, wer die Musik bei der GEMA anmeldet und ob die Gebühr im Preis steckt.
- Klären Sie den Alkoholausschank: Hat das Haus eine dauerhafte Erlaubnis für den Raum, oder müssen Sie eine vorübergehende beantragen?
- Lassen Sie sich die Stornostaffel zeigen, bevor Sie unterschreiben. Das ist die Liste, wie viel Prozent Sie je nach Absagetermin zahlen.
- Rechnen Sie beide Preismodelle mit Ihrer Gästezahl durch und entscheiden Sie erst dann zwischen Miete und Mindestumsatz.
Häufige Fragen
Was kostet die GEMA für eine Feier in einem Saal mit 200 Quadratmetern?
Die GEMA verlangt für Musik vom Laptop oder von der CD in einem Raum bis 200 Quadratmeter mindestens 60,80 Euro ohne Steuer, dazu kommen 7 Prozent Steuer. Das gilt bei einem Eintrittspreis bis 1,69 Euro und für Musik bis zu 8 Stunden. Danach steigt der Betrag je weitere 2 Stunden um 25 Prozent.
Warum steht auf der Rechnung einer Eventlocation keine Steuer auf die Saalmiete?
Das Gesetz befreit die Vermietung von Grundstücken von der Umsatzsteuer, und ein Saal ist Teil eines Grundstücks. Deshalb steht auf der reinen Saalmiete in der Regel keine Steuer. Essen, Getränke und andere Leistungen des Hauses werden dagegen besteuert.
Gibt es einen Durchschnittspreis pro Quadratmeter für die Miete eines Veranstaltungsraums?
Nein, für die Miete eines Veranstaltungsraums gibt es in Deutschland keinen Durchschnittspreis je Quadratmeter. Es existiert weder eine Preisliste noch eine veröffentlichte Erhebung, aus der sich ein Durchschnitt berechnen ließe. Verlässlich ist allein ein schriftliches Angebot für Ihren Termin und Ihre Gästezahl.
Muss ich für eine private Hochzeitsfeier im gemieteten Saal GEMA zahlen?
Meist nein: Feiern nur Familie und enge Freunde, fällt keine GEMA-Gebühr an, weil die Feier nicht öffentlich ist. Bei Kollegen, Vereinsmitgliedern oder Gästen, die Sie nicht eng kennen, fällt die Gebühr an. Je größer die Feier, desto eher gilt sie als öffentlich, und im Streitfall müssen Sie die private Feier beweisen.
Ist ein Mindestumsatz günstiger als eine Raummiete?
Ein Mindestumsatz ist günstiger, wenn Ihre Gästezahl feststeht und Sie ohnehin mehr verzehren, als das Haus verlangt. Bleiben die Gäste darunter, zahlen Sie den Rest ohne Gegenleistung. Klären Sie vor der Unterschrift, was auf den Mindestumsatz zählt und ob er mit einer kleineren Gästezahl sinkt.
