Was macht eine Veranstaltung hybrid?
Hybrid ist eine Veranstaltung, wenn die Teilnehmenden selbst wählen, ob sie vor Ort sitzen oder sich digital zuschalten. So definiert es das Meeting- und EventBarometer, die jährliche Studie der Tagungsbranche. Ein paar Posts über die Veranstaltung im Netz machen sie dagegen noch nicht hybrid.
Für den Tagungsraum heißt das, dass er Bild und Ton nach draußen schickt und Fragen von draußen in den Saal holt. Dafür braucht es eine schnelle Leitung, Technik im Raum und Menschen, die sie bedienen. Welcher Haustyp zu Ihrer Teilnehmerzahl passt, vom Seminarraum bis zum Tagungs- oder Kongresszentrum, klären Sie am besten vor der Technik.
Wie viel Upload braucht der Tagungsraum?
Upload ist die Richtung, in der Daten aus dem Saal ins Internet gehen. Gemessen wird er in Megabit pro Sekunde. Fragen Sie das Haus gezielt nach dem Upload, nicht nur nach der Geschwindigkeit der Leitung.
Die Empfehlungen der Anbieter reichen von 2,5 Megabit pro Sekunde für eine Videokonferenz bis 14 Megabit pro Sekunde für einen Livestream in Full HD. Zoom nennt für Gruppengespräche in Full HD 3,8 Megabit pro Sekunde, YouTube für einen Livestream in 720p 8 Megabit pro Sekunde. Full HD steht für 1.080 Bildzeilen, 720p ist die nächstkleinere Stufe.
| Wofür | Empfohlener Upload | Mindestens | Wer das empfiehlt |
|---|---|---|---|
| Videokonferenz in einer Besprechung | 2,5 Megabit pro Sekunde | 0,15 Megabit pro Sekunde | Microsoft für Teams |
| Videokonferenz in bester Qualität | 4 Megabit pro Sekunde | keine Angabe | Microsoft für Teams |
| Gruppengespräch in Full HD | 3,8 Megabit pro Sekunde | keine Angabe | Zoom |
| Livestream in 720p | 8 Megabit pro Sekunde | 3 Megabit pro Sekunde | YouTube |
| Livestream in Full HD | 14 Megabit pro Sekunde | 5 Megabit pro Sekunde | YouTube |
Rechnen Sie mit Reserve, weil die Leitung nicht nur Ihren Stream trägt. Manche Teilnehmende im Saal schauen die Übertragung zusätzlich über das WLAN des Hauses. Für große Übertragungen mit Teams rechnet Microsoft dann mit etwa 2 Megabit pro Sekunde je Zuschauer, in Full HD mit 3. Bitten Sie die Gäste vor Ort deshalb, den Stream nicht nebenbei laufen zu lassen.
Verlangen Sie für den Rechner, der sendet, einen Anschluss per Kabel. Microsoft weist darauf hin, dass WLAN-Netze nicht unbedingt für Bild und Ton in Echtzeit ausgelegt sind. YouTube rät, den Upload vorher mit einem Geschwindigkeitstest zu prüfen.
Welche Technik und welches Personal braucht der Raum?
Für eine hybride Veranstaltung braucht der Saal mehr als einen Beamer. Diese Technik gehört dazu:
- Eine Kamera auf die Bühne und eine zweite für den Saal, wenn Fragen aus dem Publikum zu sehen sein sollen.
- Mikrofone für alle, die sprechen, auch für Fragen aus dem Saal. Ohne Mikrofon hören die Online-Gäste die Frage nicht.
- Ein Bildschirm oder Projektor, auf dem die Online-Gäste zu sehen sind, und Lautsprecher, über die der Saal sie hört.
- Ein Technikplatz mit Rechner, Kabelanschluss und Strom, an dem Bild und Ton zusammenlaufen.
- Kopfhörer am Technikplatz, damit die Technik hört, was online ankommt.
Planen Sie zwei Aufgaben getrennt. Eine Person bedient Kameras, Ton und Stream. Eine zweite liest den Chat, sammelt Fragen von online und gibt sie an die Moderation weiter. Fragen Sie das Haus, ob es Technik und Betreuung stellt oder ob Sie einen eigenen Dienstleister mitbringen dürfen.
Beamer, Steckdosen und Internet gehören ohnehin in jedes Angebot, wenn Sie einen Tagungsraum mieten.
Dürfen Sie die Veranstaltung streamen und aufzeichnen?
Übertragen oder speichern Sie Bild und Ton von Menschen, verarbeiten Sie Daten, die sich einzelnen Personen zuordnen lassen. Dann gilt das Datenschutzrecht der EU, und verantwortlich sind Sie als Veranstalter.
Für eine Aufzeichnung brauchen Sie einen eigenen rechtlichen Grund. Die Datenschutzkonferenz, der Zusammenschluss der deutschen Datenschutzbehörden, hält dafür in der Regel eine Einwilligung für nötig. Die Aufnahmefunktion soll in der Grundeinstellung aus sein, und alle müssen erkennen können, wann aufgezeichnet wird.
Bei Bildern vom Publikum kommt es darauf an, was mit ihnen geschieht. Bei einer größeren Veranstaltung auf Einladung rechnen Gäste nach Ansicht des Landesbeauftragten für den Datenschutz Baden-Württemberg mit Fotos zur Dokumentation. Mit einer Veröffentlichung rechnen sie nicht, dafür brauchen Sie deshalb einen anderen Grund, etwa eine Einwilligung. Bei Kindern müssen die Eltern einwilligen.
Informieren Sie alle schon mit der Einladung, ob übertragen oder aufgezeichnet wird, wer verantwortlich ist und wofür die Bilder genutzt werden. Bei vielen Gästen hält der Landesbeauftragte einen Aushang an den Eingängen für einen gangbaren Weg. Auf dem Aushang sollte stehen, an wen sich wenden kann, wer nicht gefilmt werden möchte.
Betreibt ein Anbieter die Plattform für Sie, schließen Sie mit ihm einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Darin sagt der Anbieter zu, die Daten nur nach Ihren Vorgaben zu verarbeiten.
Wird die Veranstaltung aufgezeichnet?
Holen Sie die Einwilligung aller ein, die zu sehen oder zu hören sind. Sagen Sie vorher, wofür und wie lange die Aufnahme gespeichert wird.
Ist der Livestream öffentlich, also für jeden im Internet abrufbar?
Zeigen Sie nach Möglichkeit nur die Bühne. Wer im Publikum zu sehen sein soll, gibt vorher seine Einwilligung.
Informieren Sie alle Teilnehmenden vorab, wer verantwortlich ist und wofür die Daten genutzt werden. Schließen Sie mit dem Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
Hybride Veranstaltung in 6 Schritten vorbereiten
Die Schritte bauen aufeinander auf, deshalb lohnt es sich, früh mit dem Format zu beginnen.
Format festlegen
Entscheiden Sie, ob Online-Gäste nur zuschauen oder mitreden. Davon hängen Technik und Personal ab.
Upload klären
Fragen Sie das Haus nach dem Upload am Technikplatz und nach einem Kabelanschluss. Vergleichen Sie mit den Empfehlungen Ihrer Plattform.
Technik und Personal buchen
Klären Sie, wer Kameras, Mikrofone und Stream stellt und wer sie während der Veranstaltung bedient.
Datenschutz vorbereiten
Schreiben Sie in die Einladung, ob übertragen oder aufgezeichnet wird. Holen Sie nötige Einwilligungen vorher ein und schließen Sie den Vertrag mit dem Anbieter.
Probelauf machen
Testen Sie vor Beginn mit einer Person, die sich von außen zuschaltet, und prüfen Sie Ton, Bild und Fragen aus dem Saal.
Aufnahme löschen
Löschen Sie Aufnahmen, sobald Sie sie nicht mehr brauchen, und halten Sie die Speicherdauer ein, die Sie angekündigt haben.
Häufige Fragen
Was ist eine hybride Veranstaltung?
Eine hybride Veranstaltung ist ein Treffen, bei dem die Teilnehmenden selbst wählen, ob sie vor Ort oder digital dabei sind. Präsenz und Online-Teilnahme laufen dabei gleichzeitig. Einzelne Posts im Netz machen eine Veranstaltung noch nicht hybrid.
Wie viel Upload braucht ein Livestream in Full HD aus dem Tagungsraum?
Für einen Livestream in Full HD empfiehlt YouTube 14 Megabit pro Sekunde Upload, mindestens 5. Für die kleinere Stufe 720p sind es 8 Megabit pro Sekunde, mindestens 3. Prüfen Sie den Upload vorher mit einem Geschwindigkeitstest im Saal.
Wie viel Upload braucht eine Videokonferenz aus dem Tagungsraum?
Eine Videokonferenz braucht laut Microsoft 2,5 Megabit pro Sekunde Upload je Gerät, für beste Qualität 4. Zoom nennt für Gruppengespräche in Full HD 3,8 Megabit pro Sekunde. Bei knapper Leitung senkt Teams zuerst die Bildqualität und hält den Ton.
Darf man eine hybride Tagung ohne Einwilligung aufzeichnen?
In der Regel nein, für die Aufzeichnung einer hybriden Tagung halten die deutschen Datenschutzbehörden eine Einwilligung für nötig. Ausnahmen sind etwa bei öffentlichen Vorträgen denkbar, bei denen nur die Vortragenden aufgezeichnet werden. Informieren Sie alle vorab über die Aufzeichnung.
Reicht WLAN für die Übertragung einer hybriden Veranstaltung?
Nicht unbedingt, für den Rechner, der eine hybride Veranstaltung überträgt, ist ein Kabelanschluss verlässlicher. Microsoft weist darauf hin, dass WLAN-Netze nicht unbedingt für Bild und Ton in Echtzeit ausgelegt sind. Lassen Sie sich am Technikplatz einen Kabelanschluss zusagen.
